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Archiv vom August 2009

.tel-Domains und die Frage nach dem Sinn

Normalerweise haben alle Domain-Endungen irgendwie etwas gemeinsam: Man bestellt sie bei dem Domain-Registrar seines geringsten Misstrauens, setzt einen so genannten A-Record und kann die Domain dann mit den Anwendungen seiner Wahl nutzen. Bereits hier unterscheidet sich die Domain-Endung “.tel” von allen anderen.

.tel möchte eine Art Visitenkarte im Internet sein: Man pflegt über ein Webinterface seine Kontaktdaten, zum Beispiel Telefonnummern, Webadressen, Mailadressen und so weiter. Diese Daten werden dann auf der eigenen tel-Webseite sichtbar. Außerdem finden sich die Daten dann auch in den zur Domain gehörigen DNS-Servern (in NAPTR- und TXT-Records). Das DNS, das im Internet üblicherweise Domainnamen zu IP-Adressen zuordnet, kann so weitere Informationen wie zum Beispiel Telefonnummern enthalten.

Eine praktische Anwendung dafür wäre beispielsweise ein Telefon, auf dem man einfach nur den tel-Domainnamen eintippt. Da sich die Informationen auf einer digitalen Visitenkarte schnell ändern lassen, würde man so zum Beispiel tagsüber auf der Büronummer des Angerufenen landen, während man abends auf das heimische Telefon durchgestellt wird. Eine weitere interessante Nutzungsmöglichkeit zeigt das Werbevideo. ;)

Das alles klingt soweit recht nett und der eine oder andere mag dem System sicherlich einen praktischen Nutzen abgewinnen können. Aber die Realität sieht ganz anders aus. Es gibt kaum ein Telefon, das die direkte Eingabe einer tel-Domain unterstützt. Genauso sieht es mit anderen Anwendungen aus: Es gibt kaum eine Möglichkeit, die Vorteile, die die tel-Domain gegenüber der klassischen Visitenkarte bietet, zu nutzen. Meistens wird es also so aussehen, dass man die tel-Domain im Browser eintippt und die Kontaktdaten von der Webseite nutzt.

Aber nur dafür ist die tel-Webseite optisch als auch funktional wenig ansprechend. Es gibt nicht einmal die Möglichkeit, das tel-Logo in der oberen rechten Ecke auszutauschen (z.B. gegen ein Foto). Auch werden die Möglichkeiten, die eine Webseite als dynamisches Medium bietet, wenig genutzt. Mit dem nötigen technischem Know-How kann man durch die SOAP-Schnittstelle durchaus dynamische Inhalte in die Webseite einbinden (z.B. seinen aktuellen Twitter-Status), aber mal ehrlich: hättet ihr bei der schönen Frau aus dem Video noch an SOAP und WSDL gedacht? :-)

Festplatten-Ärger

Lange ist nichts mehr hier passiert, doch nun ist der Grund gekommen, wieder einmal etwas Frust von der Seele zu schreiben.

Ich habe wieder einmal das SATA-Kabel-Problem in einer verschärften Version erlebt. Vor einigen Tagen habe ich Virtualisierung mit KVM auf diesem Rechner ausprobiert. Da ich oft an vielen verschiedenen Rechnern arbeite, ist es für mich eine sinnvolle Möglichkeit, einfach die Windows-Testumgebung auf einem Rechner im Keller laufen zu lassen.

Da bei Virtualisierung ein bisschen RAM mehr nie schaden kann, kam es mir sehr gelegen, dass ich ein Gigabyte RAM geschenkt bekam. Also schnell Rechner heruntergefahren, RAM-Riegel reingepfriemelt, angeschalten und das RAID5 kommt nur mit 3 Platten hoch. Das kennen wir ja bereits. Rechner auf, alle Stecker nochmal kontrollieren (vor allem die ohne Sicherungsclip), RAID resyncen lassen und es läuft. Naja, sollte laufen.

Unglücklicherweiße scheine ich Festplattendefekte magisch anzuziehen, sodass eine Festplatte plötzlich defekte Sektoren aufweist und Read-Errors ausspuckt. Während dem RAID-Resync kann das gelinde gesagt ungesund sein. Zwei Platten im RAID sind also fehlerhaft: Die eine, weil sie Read-Errors liefert, die andere weil sie nicht gesynced ist.

Selbst nach mehreren Versuchen konnte ich die Platte nicht dazu überreden, trotzdem die Daten herzugeben. Morgen besorge ich mir dann eine Terabyte-Platte und eine Festplatten-Dockingstation und versuche, die Platteninhalte mit ddrescue retten zu können. Außerdem werde ich auf diese Terabyte-Platte in Zukunft regelmäßige Sicherungen von allen Daten ziehen (bisher werden nur täglich Datenbanken etc. gesichert). Glücklicherweiße hält sich der Datenverlust einigermaßen in Grenzen, da die wirklich wichtigen Daten entweder gesichert sind, oder noch auf den Rechnern liegen.

Was lernen wir daraus? Man kann nie oft genug sichern. Wirklich nie.

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